Daten & Fakten
| Adresse Wohnhausgruppe | Wilhelmsruher Damm 187-215 |
| Architekten | Karl Fleig |
| Baujahr / Fertigstellung | 1964-1966 |
| Anzahl Wohnungen | 283 |
| Anzahl Gewerbe | 1 |
| Hauseingänge | 15 |
| Wohnfläche | 12.229,88 m² |
| maximale Anzahl Geschosse | 8 |
| Jahr der Modernisierung | 2012-2016 / 2022-2023 |
| Generalplaner Modernisierung | DAHM Architekten |
Der Architekt
Karl Fleig (1927–1996) war ein Schweizer Architekt, der sich früh der nordischen Moderne zuwandte. Nach seinem Architekturstudium ging er nach Helsinki, wo er im Büro von Alvar Aalto arbeitete und entscheidende Einblicke in dessen organisch‑moderne Entwurfsprinzipien gewann.
Von Helsinki zog Fleig nach Berlin, wo er als Architekt tätig war und zugleich begann, Aaltos Werk wissenschaftlich und publizistisch zu begleiten. Internationale Bekanntheit erlangte er als Herausgeber der Alvar‑Aalto‑Monografien, die bis heute zu den wichtigsten Quellen über das Werk des finnischen Architekten zählen.
Quelle: Stadt im Wandel Nr. 17, Märkisches Viertel Berlin, WHG 908, Christine Borgelt
Galerie WHG
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GESOBAU AG / Thomas Bruns
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GESOBAU AG / Thomas Bruns
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GESOBAU AG / Thomas Bruns
Die WHG 903 war eine der ersten fertiggestellten Wohnhausgruppen im Märkischen Viertel. Vor der Modernisierung war sie als Papageiensiedlung bekannt, aufgrund ihrer starken farbigen Gestaltung, die der für die Farbgebung des Märkischen Viertels verantwortliche Bildhauer Utz Kampmann vorgesehen hatte. Die Nordfassade erstahlte in Dunkelblau, warmen Rot und sattem Orange kombiniert mit Weiss. damit sollte sich das Haus auch gegen die Platanenreihe an der Straße absetzen.
Das in den 80er Jahren durchgeführte Beiratsverfahren zur Steigerung der Mieterzufriedenheit führte zu einer neuen gedämpfteren Farbgebung, nach der Modernisierung wurde nochmal eine neues Farbkonzept in mittlerer Farbintensität gewählt.
Nach der Wiedervereinigung wurden auf Senatsbeschluss einige Wohnungsbestände verkauft, da zu der Zeit genügend Mietwohnungen auf dem Berliner Wohnungsmarkt existierten. Auch in der WHG 903 bildete sich auf diese Weise eine solche Wohungseigentümergesellschaft, die von der GESOBAU Tochter aktiva verwaltet wird. 116 Wohnungen sind an Mieter*innen verkauft worden, Verkäufe an Kapitalanleger haben nicht stattgefunden.
Modernisierungsmaßnahmen
Die Modernisierung erfolgte unter starker Beachtung energetischer und klimapolitischer Prämissen. Der Energiebedarf des Hauses unterschreitet die hohen Anforderungen der EnEV 2009 um 30 % und wurde somit zum KfW-Effizienzhaus 70 mit besonderen Förderbedingungen.
Um die o. g. Parameter zu erreichen wurden im Projekt viele der üblichen Maßnahmen der Modernisierung im Märkischen Viertel maximiert und optimal aufeinander abgestimmt, sowie für das Märkische Viertel neue Anlagentechnik eingebaut. Die Deutsche Energieagentur DENA nahm dieses Vorhaben als Modellprojekt auf!
Die Dämmung von Fassaden, Kellerdecken und Treppenhausköpfen, die Erneuerung der Heizungsanlage inklusive Warmwasserversorgung sowie aller Fenster durch neue Kunststoffisolierglasfenster, der Einbau von Abluftanlagen zur Wärmerückgewinnung in innenliegenden Bädern, die Erneuerung der Elektroinstallation und der Steigestränge, die Neugestaltung von Eingangsbereichen, Treppenhäusern, Müllräumen und Gemeinschaftsflächen sowie viele andere Einzelmaßnahmen fügten sich so zu einem komplexen Gesamtwerk zusammen.