Die WHG 915 besteht aus fünf freigeformten, aufeinander bezogenen Baukörpern. Entworfen von dem damals bereits sehr erfahrenen chinesischen Architekten Lee wirken sie durch die unetrschiedlichen Gebäudehöhen und Ausrichtung an der Sonne beinahe wie eine Bergkette.
Daten & Fakten
| Adresse Wohnhausgruppe | Senftenberger Ring 72-78 (gerade); Senftenberger Ring 71-95 (ungerade) |
| Architekt | Chen Kuen Lee |
| Baujahr / Fertigstellung | 1969-1971 |
| Anzahl Wohnungen | 824 |
| Anzahl Gewerbe | 1 |
| Hauseingänge | 17 |
| Wohnfläche | 60.289 m² |
| maximale Anzahl Geschosse | 18 |
| Jahr der Modernisierung | 2014-2015 |
| Generalplaner Modernisierung | Gibbins Architekten GmbH |
Der Architekt
Chen Kun Lee (1914–2003) war ein deutsch‑chinesischer Architekt und einer der wichtigsten Vertreter der organischen Architektur nach 1945. Geboren in Wuxing, China, kam er bereits 1931 nach Deutschland und studierte Architektur an der Technischen Hochschule Berlin, wo er 1937 seinen Abschluss machte.
Während des Studiums arbeitete er im Büro von Hans Poelzig und wurde später Mitarbeiter von Hans Scharoun. Gemeinsam mit Scharoun und Hugo Häring war Lee an der Gründung des sogenannten „chinesischen Werkbundes“ beteiligt. Seine Architektur zeichnet sich durch fließende Raumfolgen, polygonale Grundrisse und eine enge Verbindung von Landschaft und gebautem Raum aus — ein Ansatz, den er selbst als Einheit von „Mensch, Raum und Natur“ beschrieb.
Bekannt wurde Lee vor allem durch seine Wohnhäuser in Süddeutschland, die als herausragende Beispiele organischer Wohnarchitektur gelten. Im Märkischen Viertel übertrug er seine organische Formensprache auf den großmaßstäblichen sozialen Wohnungsbau.
Lee wohnte von 1996 bis zu seinem Tod in der von ihm entworfenen WHG 915.
Quellen:
https://www.mensch-und-architektur.org/chen-kuen-lee/
https://de.wikipedia.org/wiki/Chen_Kuen_Lee
https://deutsch-taiwanische-gesellschaft.de/meldungen/chen-kuen-lee-1915-2003-hauslandschaften-organisches-bauen-in-berlin-stuttgart-und-taiwan
Galerie WHG 915
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GESOBAU AG / Thomas Bruns
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Der Architekt als Vertreter der organischen Architektur hat diese in die Formgebung der Baukörper und die unterschiedlichen Wohnungstypen einfließen lassen, um möglichst vielen individuellen Ansprüchen Genüge zu tun. Gemein ist allen 49 Wohnungstypen von Einzimmerappartment bis zur Familienwohnung der zentrale Raum in der Mitte, meist ein Wohnzimmer, als Ort für Gemeinschaft und Kommunikation.
Eine weitere Besonderheit dieser Wohnhausgruppe sind die sogenannten “Entenfüsse”, eingeschossige Wohnungen, die sich nach Süden und Westen aus den Häusern auffächern und mit einem Gartenzugang versehen sind. Die Bewohner*innen dieser fühlen sich wie in Einfamilienhäusern.
Modernisierungsmaßnahmen
Die meisten Teile der Dachflächen wurden erneuert und erhielten eine den energetischen Ansprüchen entsprechende Dämmung. Die Vorhangfassade wurde zurückgebaut. Die Häuser erhielten anschließend ein WDVS. Die Balkone wurden in einem vorlaufenden Projekt bereits instandgesetzt, sodass nur einige Arbeiten an diesen ausgeführt wurden.
Sämtliche Fenster wurden gemäß den energetischen Anforderungen erneuert.
Die Eingänge wurden mittels Vorbauten erweitert und architektonisch aufgewertet. Die Briefkastenanlagen und Schaukästen wurden komplett erneuert. Die Müllschluckeranlagen wurden stillgelegt und Müllräume geschaffen. Die Treppenhäuser erhielten einen neuen Anstrich.
Die alte Heizungsanlage wurde unter Berücksichtigung der neuen energetischen Anforderung des Hauses erneuert wobei einige Rohrleitungen erhalten bleiben konnten. Die Warmwasser-Erwärmung erfolgt ab jetzt im Haus selber.
Alle Leitungssysteme der Abwasserinstallation, die Regenwasser-Fallleitungen, die TW-Leitungssysteme und die Druckerhöhungsstationen wurden komplett erneuert, ebenso alle Armaturen. Warm- und Kaltwasserzähler wurden montiert. Die Elektroanlage wurde weitestgehend erneuert bzw. überarbeitet. Die Lüftungsanlage wurde komplett erneuert. Alle Bäder wurden modernisiert.