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Hochhäuser im Märkischen Viertel

GESOBAU AG / Thomas Bruns

Modernisiertes Viertel

Energetische Modernisierung einer Großwohnsiedlung

Zwischen 2008 und 2015 führte die GESOBAU im Märkischen Viertel umfassende energetische Modernisierungsmaßnahmen durch. Konkret bedeutete das eine Investition von ca. 560 Millionen Euro in Wärmedämmung und moderne Standards von etwa 13.500 Wohnungen. Die sukzessive Komplettmodernisierung zahlte sich für die Mieter*innen und deren Wohnungen im Märkischen Viertel aus, sie erfolgte annähernd warmmietenneutral für die Bewohner*innen. Mit der energetischen Modernisierung in dieser Größenordnung erlangte die GESOBAU national und international viel Beachtung und wurde u.a. im Jahr 2009 vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Wettbewerb „Energetische Sanierung von Großwohnsiedlungen“ mit der Goldmedaille ausgezeichnet.

 

Modernisierung und Klimaschutz

Wie in vielen Nachkriegssiedlungen fiel die energetische Bilanz des Wohnens in der Großwohnsiedlung schlecht aus: 4,4 Tonnen CO2 verursachte die Versorgung mit Wärme und Warmwasser einer 60-m2-Wohnung. Alle 15.000 Wohnungen im Märkischen Viertel zusammen erzeugten einen Kohlenstoffdioxid-Ausstoß von rund 43.000 Tonnen im Jahr. Das barg eine Menge Einsparpotenzial – sowohl bei den Treibhausgas-Emissionen als auch bei den Kosten, die die Bewohner*innen tragen mussten. Aufgrund steigender Energiepreise und eines hohen Energieverbrauchs wegen schlecht gedämmter Fassaden, durchlässiger Fenster und der veralteten Heizungsanlage waren die Bewohner*innen des MV überdurchschnittlich stark mit hohen Mietnebenkosten belastet. Sie zahlten fast eine „2. Miete". 

Im Rahmen der energetischen Modernisierung wurden insbesondere Fassadendämmungen mittels Wärmedämmverbundsystemen sowie eine Verbesserung der Gebäudehülle und Senkung des Heizwärmebedarfs vorgenommen. Darüber hinaus wurden über 54.000 Fenster ausgetauscht sowie Haustechnik modernisiert. 

Durch die Maßnahmen wurde der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß (CO2) in der Großwohnsiedlung von zuvor 43.000 Tonnen um mehr als zwei Drittel auf nur noch 11.000 Tonnen CO2 im Jahr verringert. 

Ein weiterer zentraler Baustein der Modernisierung war die Neugestaltung der Wärmeversorgung des Quartiers. Das ehemalige Fernheizkraftwerk wurde 2014 durch den lokalen Versorger in ein modernes Biomasse-Heizkraftwerk umgebaut, das Kraft-Wärme-Kopplung nutzt und mit Holzhackschnitzeln aus schnell wachsenden Hölzern wie Pappeln, Weiden und Linden sowie mit Erdgas betrieben wird.

Integrierte Stadtentwicklung

Das integrierte Gesamtkonzept für das Märkische Viertel umfasst neben der energetischen Modernisierung auch ein Stadtteilentwicklungskonzept, die Erhöhung des Lebenskomforts durch entsprechende Angebote für alle Generationen sowie Partizipationsmöglichkeiten für die Bewohner*innen. Der Einbau von 10.000 intelligenten Stromzählern, sogenannten Smart Metern, stellt beispielsweise eine integrative Komponente dieses Konzeptes dar.

Neue Außenanlagen für das Märkische Viertel

Zwischen 2020 und 2023 wurden die in die Jahre gekommenen Außenanlagen der GESOBAU-Bestände im Märkischen Viertel umfangreich modernisiert und aufgewertet. Dabei blieben die Vorteile der Weitläufigkeit und Großzügigkeit im Quartier erhalten. Ziel des Umbaus war es, für heutige und zukünftige Bewohner*innen einen lebenswerten Außenraum zu schaffen und zu bewahren. Für die Modernisierung und Neugestaltung der Außenanlagen erhielt die GESOBAU im Jahr 2022 den Sonderpreis in der Kategorie „Entwicklung“ beim Real Estate Social Impact Investing Award des Instituts für Corporate Governance in der deutschen Immobilienwirtschaft (ICG).

Neue Grünflächen und Spielplätze, bessere Beleuchtung und Wege

Mit der Neugestaltung der Bereiche werden klare Wegeverbindungen für die Höfe und Zuwege geschaffen, eine übergeordnete Wegeverbindung durch das Märkische Viertel etabliert, die Nutzungsqualität für Jung und Alt verbessert, Flächen entsiegelt und Grünflächen mit klimaangepassten Baumarten und Wiesen angelegt. Die zukünftigen Außenbereiche umfassen neue Begegnungsräume für alle Bewohner*innen und bieten neben Spiel, Spaß und Erholung diverse Bewegungsangebote, die auch ein Augenmerk auf die Mobilität älterer Menschen legen.

Die Maßnahmen reichen dabei von der Verkehrssicherung von losen Gehwegplatten bis zur kompletten Neugestaltung einzelner Höfe. Bei der Durchführung des Projektes stehen die Bewohner*innen des Märkischen Viertel im Mittelpunkt: Bereits zu einem frühen Zeitpunkt der Planungen wurden 2019 mehrere Partizipationstermine vor Ort durchgeführt, an denen die Mieter*innen die Entwürfe bewerten konnten, die dann umgesetzt werden sollten.

 

Impressionen der neugestalteten Außenanlagen