Gründungszeit ab 1900

Zurück zu den Anfängen des Unternehmens

Gründung

Wir machen eine Zeitreise ins Jahr 1900. Berlin entwickelt sich rasant, es entstehen neue Stadtviertel für mittlere und gehobene Bedürfnisse. Der Eisenbahnbau bekommt zunehmend Bedeutung, Berlin wird gar zur Eisenbahnmetropole. Innerhalb weniger Jahre werden Fahrbahnstrecken gebaut, repräsentative Bahnhofsbauten aus dieser Zeit sind die Symbole dieser verkehrstechnischen Aufbruchstimmung. Die Gründung mehrerer Eisen bahnbau-Unternehmen ist die logische Folge dieser Entwicklung. So entsteht am 25. Mai 1900 auch die Aktiengesellschaft für Bahnen und Tiefbauten, in die der Berliner Eisenbahn unternehmer Philipp Balke ausgewiesene Kenntnisse über den Bau von Eisenbahnstrecken in das Unternehmen einbringt.

Erste U-Bahn-Verbindung Berlins entsteht

Das erste Großprojekt der Aktiengesellschaft für Bahnen und Tiefbauten lässt nicht lange auf sich warten: 1902 entsteht die erste Berliner U-Bahn-Verbindung überhaupt zwischen Zoo und Nollendorfplatz. Berlin erhält damit nach London, Budapest, Glasgow und Paris als fünfte europäische Großstadt eine U-Bahn. Na klar, jetzt traut sich das Unternehmen mehr zu, der Ehrgeiz wächst mit dem Erfolg. Das Eisenbahnunternehmen beteiligt sich am Bau des Eisenbahnnetzes im Westen des Landes, in Elsaß-Lothringen. Doch die Firma übernimmt sich, 1905/1906 steht sie fast vor dem Aus. Nur durch eine Rettungsaktion von 600.000 Reichsmark kann sie den Ruin zunächst abwenden.

U-Bhf Nollendorfplatz 1903

 

Vom ehemaligen Eisenbahn- zum Immobilienunternehmen

Die 20er Jahre, gekennzeichnet durch Inflation, Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Depression, zwingen den Eisenbahnbau und damit auch die Aktiengesellschaft letztendlich doch in die Knie. Um das Unternehmen zu retten, muss es sich nach neuen Betätigungsfeldern umsehen. Erste Gehversuche im Immobilienbereich hatte es bereits erfolgreich seit 1905 unternommen – folgerichtig also, dass dieses Geschäft nun ausgebaut werden soll. 1922/23 erwirbt das Unternehmen insgesamt sieben Häuser in Schöneberg und fängt sogleich mit der Instandsetzung an. In den folgenden Jahren steigt die Aktiengesellschaft auch in den Wohnungsneubau ein und errichtet insgesamt 37 Häuser im Berliner Norden. Der Umbau vom ehemaligen Eisenbahn- zum Immobilienunternehmen ist nun endgültig abgeschlossen. Während der Zeit des Nationalsozialismus befasst sich das kleine Berliner Unternehmen ausschließlich mit der Verwaltung der im eigenen Besitz befindlichen 44 Häuser in Schöneberg und im Norden Berlins, da die Reichsregierung dem gemeinnützigen Wohnungs bau den finanziellen Boden entzieht. Fünf Angestellte und sieben Portiers bewältigen die überschaubaren Verwaltungsauf gaben. So konnte die Firma bis zum Ende des Krieges durch eine umsichtige Unternehmenspolitik bestehen.