Pressemitteilung

Integrationskonferenz der Wohnungswirtschaft in Berlin fokussiert das Miteinander in Großsiedlungen

Experten aus Wohnungswirtschaft, Politik und Verwaltung beraten über zukunftsgerechte Gestaltung von Wohnquartieren - 250 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet verdeutlichen Bedeutung der sozialräumlichen Integration in der deutschen Wohnungswirtschaft

. - Mehr als 250 Praktiker aus Wohnungswirtschaft, Politik und Kommunalverwaltung aus dem gesamten Bundesgebiet und dem deutschsprachigen Ausland nehmen heute in Berlin an der ersten Integrationskonferenz der Wohnungswirtschaft teil und verdeutlichen damit die Bedeutung der sozialräumlichen Integration in der deutschen Wohnungswirtschaft.
Unter dem Motto "Gut miteinander wohnen - Was können Wohnungsunternehmen, Kommunen und freie Träger dafür tun?" diskutieren sie mit Experten über eine zukunftsgerechte Gestaltung von Wohnquartieren und Großsiedlungen sowie erfolgreiche Strategien zur Schaffung von Nachbarschaften. Im Mittelpunkt der eintägigen Tagung stehen darüber hinaus die Aufgaben und Strukturen von Akteuren der Wohnungswirtschaft, aber auch von Kommunen und sozialen Trägern.

Initiiert wurde die Integrationskonferenz von der GESOBAU AG, dem größten kommunalen Wohnungsanbieter in Norden Berlins und der Schader-Stiftung, die sich seit vielen Jahren in vielfältiger Weise mit Fragen stadträumlicher Integrationspolitik auseinandersetzt. "Städtische Wohnquartiere und das Wohnungsumfeld sind zunehmend als Integrationsschwerpunkte zu begreifen. Dabei gilt es, den gesellschaftlichen Wandel in den Beständen aktiv mitzugestalten sowie Netzwerke und Instrumente entwickeln, die ein nachhaltiges Miteinander aller Mieter unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft zu ermöglichen", betont Jörg Franzen, Vorstand der GESOBAU AG. Daher sei es ein Anliegen der GESOBAU, Projekte zu entwickeln, die Bewohner, Vermieter, Gewerbetreibende und Kommunen gleichermaßen beteiligen, die Quartiere attraktiv und lebenswert zu gestalten und so gute Nachbarschaften zu fördern.

Achim Großmann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, bestätigt, dass in den letzten Jahren immer deutlicher wurde, dass Integration ein sozialräumliches Thema ist. "Der Arbeitsplatz als Ort der Integration verliert an Bedeutung - vielmehr rückt das Wohnumfeld in den Mittelpunkt. Erfolgreiche Integration bedeutet Identifikation, Teilhabe und Verantwortung. Dabei ist das Engagement der Kommunen, sozialen Institutionen, der Wohnungswirtschaft, Migranten und Einheimischen unverzichtbar."

Die Bedeutung des Integrationsgedankens unterstreicht auch Christoph Kulenkampff, Staatssekretär a. D, der in Großsiedlungen auch in Zukunft ein bedeutendes Segment des Wohnungsmarktes sieht. Eine nachhaltige Förderung der Integration von Zuwanderern kann für ihn nur mit einer quartiersbezogenen Standortpolitik für Bildungseinrichtungen, der Förderung der Immigranten-Ökonomie und der Umgestaltung der Freiflächen im Quartier zu attraktiven Kommunikations- und Aufenthaltsstätten gewährleistet werden.

Dr. Hartmut Häußermann, Professor an der Humboldt-Universität Berlin, unterstützt dieses Ansatz: "Preis, Lage, bedarfsgerechte Größe, nachbarschaftliche Beziehungen und die Gestaltung des Wohnumfeldes sind ausschlaggebende Faktoren für das Wohlbefinden in den Quartieren."

Diese Integrationspolitik können kommunale Wohnungsunternehmen entscheidend unterstützen, in dem sie durch eine ganzheitliche und nachhaltige Stadtteil- und Stadtentwicklung einen aktiven Beitrag zum sozialen Ausgleich in den Quartieren und zum sozialen Frieden in den Beständen leisten. Michael Sachs, Vorstandsmitglied SAGA/GWG Hamburg, sieht dabei in Modernisierungsprogrammen, Förderprogrammen für Studenten, der Ansiedelung von Gewerbetreibenden und Existenzgründern sowie gemeinsamen Kiezveranstaltungen wichtige Initialmaßnahmen.

Darüber hinaus müssen jedoch die Bürger zur aktiven Beteiligung animiert werden, so die Forderung von Prof. Dr. Leo J. Penta, Deutsches Institut für Community Organizing der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin. Er begreift Integration als Empowerment: "Im Mittelpunkt der Bemühungen müssen Bürgerplattformen entstehen, die unterschiedliche Menschen, Gruppen, Organisationen und Institutionen gemeinsam handlungsfähig machen und gemeinsame Aktionen ermöglichen", so der Experte.

Neben Vorträgen und Workshops ist im Rahmen der Konferenz die Wanderausstellung "Zuwanderer in der Stadt" zu sehen, die die integrationspolitischen Ansätze in verschiedenen Städten Deutschlands dokumentiert. Zudem stellt der "Markt der Ideen" bundesweit herausragende Good-Practice-Beispiele vor und lädt zu einem Austausch von Konzepten und Praxisbeispielen ein.

Höhepunkt der eintägigen Konferenz ist eine Podiumsdiskussion am späten Nachmittag, die unter dem Motto "Gut miteinander wohnen" die wesentlichen Faktoren aus Sicht von Wohnungswirtschaft und Kommunalpolitik fokussiert. Peter Senftleben, Stadtrat für Jugend und Familie, Berlin-Reinickendorf, Andreas Germershausen, stellvertretender Beauftragter für Integration und Migration des Berliner Senats, Ayse Özbabacan, Stabsabteilung Integrationspolitik der Landeshauptstadt Stuttgart, Michael Sachs, Vorstandsmitglied der SAGA/ GWG Hamburg, Gudrun Kirchhoff, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Schader-Stiftung, und Jörg Franzen, Vorstand GESOBAU AG, werden die Ergebnisse der ersten Integrationskonferenz der Wohnungswirtschaft analysieren und aus ihnen Zielstellungen, Aufgaben aber auch konkrete Umsetzungsidee ableiten. Moderiert wird die Runde von Prof. Barbara John, Integrationsbeauftragte der GESOBAU AG.

Die GESOBAU AG
Die GESOBAU AG ist eines von sechs städtischen Berliner Wohnungsunternehmen. Sie betreut heute mehr als 100.000 Mieterinnen und Mieter in über 40.000 Wohnungen in West und Ost und ist der größte Anbieter von Wohnungen im Norden der Hauptstadt. Die 60er-Jahre-Großsiedlung "Märkisches Viertel" in Reinickendorf ist die markanteste Einzelbestandsmarke des Wohnungsunternehmens. Zu den Beständen gehören aber auch Gründerzeithäuser im begehrten Pankow, Plattenbauten in Weißensee und Buch sowie Altbauten im Arbeiterbezirk Wedding.

Schader Stiftung
Die Schader-Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Darmstadt. Die Stiftung will die Praxisorientierung in den Gesellschaftswissenschaften fördern. Sie widmet sich in ihrer Arbeit schwerpunktmäßig der Wohnungspolitik, den Folgen des demografischen Wandels und der Zuwanderung in Deutschland, vor der Integrationskonferenz zuletzt mit dem Projekt "Zuwanderer in der Stadt".
 

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