Pressemitteilung

Berliner Wohnungsunternehmen schließen Klimaschutzvereinbarung mit Senat

Berlin, den 13. Januar 2009. Die sechs städtischen Wohnungsunternehmen GESOBAU, Degewo, Gewobag, Howoge, Stadt und Land sowie WBM haben heute mit dem Berliner Senat eine Klimaschutzvereinbarung unterzeichnet. Die Vereinbarung hat das Ziel, bis 2010 mindestens zehn Prozent der in den rund 268.000 städtischen Wohnungen anfallenden CO2-Emissionen einzusparen, was einem Gesamtvolumen von 56.000 Tonnen jährlich entspricht. „Die Wohnungsbaugesellschaften leisten damit einen wichtigen Beitrag für den Berliner Klimaschutz und sind gleichzeitig Vorbild für den Berliner Wohnungsmarkt", so Berlins Umweltsenatorin Katrin Lompscher bei der Unterzeichnung im Roten Rathaus.

Die GESOBAU übernimmt durch die Komplettmodernisierung des Märkischen Viertels, die für die Großwohnsiedlungen Deutschlands Modellcharakter hat, ei-nen Löwenanteil davon. In den kommenden acht Jahren investiert die GESOBAU allein 440 Millionen Euro in die energetische Modernisierung von 13.000 Wohnungen im Märkischen Viertel. Die Großwohnsiedlung aus den 1960er Jahren wird auf diese Weise zu Deutschlands größter Niedrigenergiesiedlung – und spart fortan jährlich mindestens 23.000 Tonnen CO2 ein.

Das energetische Modernisierungskonzept erreicht nicht nur die Kennzahlen, die die Energieeinsparverordnung für Neubauten vorsieht, sondern wird diese um 30 Prozent, in einigen Fällen sogar um 50 Prozent unterschreiten (EnEV 2007). Erreicht wird dies durch den Einsatz von wärmedämmenden Fenstern, rundum gedämmten Gebäudehüllen (Wärmedämmverbundsysteme und Kellerdecken- bzw. Dachdämmung) sowie den Austausch von Einrohrheizsystemen durch Zweirohrheizungen. Auch eine verbrauchsabhängige Ablesung und Abrechnung der Heiz- und Warmwasserkosten wird technisch erstmals möglich. Der Wärmebedarf sinkt durch all diese Maßnahmen um mehr als die Hälfte. Das heißt, es muss weniger Energie zugeführt werden, um die gleiche Wohlfühltemperatur und die gleiche Menge Warmwasser zu erhalten. Durch die so erzielte Energieeinsparung können nicht nur die warmen Betriebskosten um mehr als die Hälfte gesenkt werden, sondern auch die CO2-Emissionen. Rund 3.000 Wohnungen und die zugehörigen Häuser befinden sich ab 2009 in der energetischen Modernisierung.

Allein beim Wohnen (Heizung und Warmwasser) einer 60 m²-Wohnung entsteht im Bundesdurchschnitt ein jährlicher CO2-Ausstoß von zirka 3,3 Tonnen. Zum Ver-gleich: Ein PKW mit einem Verbrauch von 7 Litern Benzin auf 100 km verursacht bei einer Fahrleistung von 12.000 Kilometern einen CO2-Ausstoß von ca. 1,9 Tonnen (Quelle: Bundesumweltamt).

Das Bewohnen einer nicht modernisierten 60 m2-Wohnung im Märkischen Viertel verursacht hingegen noch mehr, nämlich ca. 4,4 Tonnen CO2 pro Jahr. Alle 15.000 Wohnungen im Märkischen Viertel zusammen erzeugen einen Kohlendioxid-Ausstoß von rund 40.000 Tonnen im Jahr. Am Ende der energetischen Modernisierung des Märkischen Viertels werden die CO2-Emissionen nur noch weniger als die Hälfte betragen.

Gemeinsam mit der Fernheizwerk Märkisches Viertel GmbH strebt die GESOBAU darüber hinaus das ehrgeizige Ziel an, den CO2-Ausstoß noch weiter zu senken. Dies würde möglich, wenn auch die Wärmeerzeugung modernisiert werden würde. Bislang liefert ein Fernheizwerk die Wärme für das Märkische Viertel. Derzeit laufen Planungen, diese Struktur zugunsten eines Heizkraftwerks auszutauschen, das teilweise auf Basis regenerativer Primärenergie betrieben wird und nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) arbeitet. Nach einer solchen Umstellung würde der spezifische Primärenergiebedarf und CO2-Ausstoß noch weiter reduziert werden können.

Bereits jetzt schon enthält der in den Gebäuden im Märkischen Viertel genutzte Strom z.B. zum Betrieb der Fahrstühle und der Beleuchtung keine Anteile aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Die GESOBAU hat für ihre Gesamtbestände den Bezug von Ökostrom vereinbart und vermeidet dadurch allein im Märkischen Viertel zirka 2.700 Tonnen CO2 pro Jahr.

Effizient gedämmte Häuser, eine Wärmeerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung und auf Basis erneuerbarer Energieträger werden dafür sorgen, dass das Märkische Viertel nur noch einen äußerst geringen Primärenergiebedarf hat. Alle Maßnahmen zusammen führen dazu, dass die Bilanz des Märkischen Viertels CO2-neutral wird. Das Wohnen im Märkischen Viertel belastet die Atmosphäre also nicht mit CO2.

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