Senftenberger Ring

Senftenberger Ring 37/39: Bau von 109 Wohnungen für geflüchtete Menschen im Märkischen Viertel

Seit 2015 kamen mehr als 80.000 Menschen auf der Flucht vor Krieg, Terror und Vertreibung nach Berlin; derzeit sind es immer noch etwa 800 Menschen im Monat. Viele von ihnen müssen in Not- und Gemeinschaftsunterkünften leben, weil nicht ausreichend privater Wohnraum zur Verfügung steht. Da auch weiterhin gute Unterbringungsplätze gebraucht werden, arbeitet das Land Berlin mit Nachdruck daran, neue Unterkünfte zu errichten.

Der Berliner Senat hat daher die sechs kommunalen Wohnungsbaugesellschaften beauftragt, so genannte Modulare Unterkünfte (MUF) zu bauen, um schnellstmöglich Abhilfe zu schaffen und den geflüchteten Menschen eine würdige Unterkunft zur Verfügung zu stellen. Diese Unterkünfte sind mit einer normalen Lebensdauer für Neubauten als Wohnhäuser konzipiert, können aber aufgrund der modularen Bauweise in einem schnelleren Zeitraum sowie mit höherer Flexibilität innerhalb der Wohnungsgrundrisse errichtet werden. Sinkt mittelfristig der Bedarf an Unterbringungsplätzen für Geflüchtete, können die Wohnungen dem regulären Wohnungsmarkt zugeführt werden und stehen dann der gesamten Bevölkerung zur Verfügung.

Die Unterkunft besteht aus zwei Gebäudeteilen auf einer Grundstücksfläche von 11.590 m². Insgesamt werden 109 Wohnungen errichtet, die zunächst von Geflüchteten bewohnt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt stehen die Wohnungen als normaler Wohnraum allen Bevölkerungsgruppen zur Verfügung. Eine langfristige Nachnutzung ist also ausdrücklich erwünscht.

Gebaut wird die Unterkunft von der Ed. Züblin AG im Auftrag der GESOBAU. Die GESOBAU vertritt als Bauherrin das Land Berlin. Als landeseigenes Wohnungsunternehmen hat sie einen verfassungsrechtlichen Versorgungsauftrag, die Berliner Bevölkerung mit angemessenem Wohnraum in Berlin zu versorgen – so auch geflüchtete Menschen.

In die 109 Wohnungen werden insgesamt 435 Menschen einziehen können, die bislang übergangsweise in verschiedenen Flüchtlingsunterkünften, insbesondere Notunterkünften, Turnhallen und Erstaufnahmeeinrichtungen, untergebracht waren. Familien mit Kindern, Alleinstehende und Wohngemeinschaften werden hier ein neues Zuhause finden.

Der Betreiber der Unterkunft stellt sicher, dass mit SozialarbeiterInnen, KinderbetreuerInnen, Verwaltungskräften und einem Sicherheitsdienst die Menschen im Alltag und bei Fragen und Problemen unterstützt werden. Das Auswahlverfahren für den Betreiber führt das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) durch.

Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF)
Das LAF ist Mieter der Gebäude und wählt den künftigen Betreiber der Unterkunft nach bestimmten Kriterien aus. Das LAF ist demnach Auftraggeber, arbeitet eng mit dem Betreiber der Unterkunft zusammen und prüft die Qualität der Räumlichkeiten, den Personalschlüssel, usw. Zudem wird die Belegung der Unterkunft durch das LAF gesteuert. Für die Unterkunft am Senftenberger Ring steht der Betreiber noch nicht fest. Erst mit Beginn der Unterkunft können vonseiten des LAF konkrete Aussagen zur späteren Belegungsstruktur getroffen werden.

GESOBAU AG
Die GESOBAU ist als Bauherrin für den Bau verantwortlich und stellt mit der Fertigstellung diese Gebäude der Senatsverwaltung als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung. In den Betrieb der Unterkunft ist sie später nicht involviert.

Bezirksamt Reinickendorf
Das Bezirksamt verfolgt mit hoher Priorität das Ziel einer guten Zusammenarbeit mit dem Betreiber der Unterkunft und einer guten und störungsfreien Nachbarschaft. Es ist kein direkter Vertragspartner des Betreibers, hat daher kein Hausrecht und keinen direkten Einfluss auf die Belegungsstruktur. Jedoch arbeitet das Bezirksamt eng mit der Unterkunft, ihrem Betreiber, ihren Bewohnern und den Mieterinnen und Mietern im Märkischen Viertel zusammen. Zudem arbeitet das Bezirksamt an einer gelungenen Integration und einem nachbarschaftlichen Miteinander und unterstützt diese Prozesse in Kooperationen mit vielen Trägern, Organisationen, Ehrenamtlichen und Initiativen.
Die Unterbringung von 435 Menschen und der damit verbundene Anstieg der Bewohnerzahlen an einem Standort stellen eine große Herausforderung für den Stadtteil dar. Mit der Unterkunft müssen auch die notwendigen Ressourcen bereitgestellt werden. Nur mit der gebotenen Unterstützung und Förderung kann die angesprochene Integration gelingen. Der Senat muss die in diesem Zusammenhang notwendigen Weichenstellungen zügig in Angriff nehmen, sodass der Betrieb und die Unterbringung Anfang 2018 ohne Probleme laufen können.

Die zahlreichen Erfahrungen mit den Reinickendorfer Flüchtlingsunterkünften zeigen, dass der direkte Kontakt die beste Möglichkeit zur Begegnung und zum Kennenlernen ist. Daher möchten wir auch Sie einladen, sich daran aktiv zu beteiligen und Ihre neuen Nachbarinnen und Nachbarn kennenzulernen. Wenn Sie sich engagieren wollen, können Sie sich direkt an das Netzwerk „Willkommen in Reinickendorf“ wenden. Mehr Informationen unter www.wir-netzwerk.de.

Aktuelle Informationen zum Standort veröffentlichen das Bezirksamt Reinickendorf und die GESOBAU über Pressemitteilungen und auf ihrer Internetseite.

Sobald der Betreiber der neuen Unterkunft feststeht, organisiert das Bezirksamt gemeinsam mit der GESOBAU ein Informationstreffen mit den lokalen Multiplikatoren, damit diese die Bürgerinnen und Bürger auch ihrerseits informieren können. Zu den Multiplikatoren gehören u. a. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schulen, Kitas, Stadtteilzentren, Kirchen, Bürgerinitiativen, Kiezrunden, Wohnungsbaugesellschaften, Seniorenheime und Sportvereine. Der Betreiber ist Ansprechpartner vor Ort und wird sich bei dem Informationstreffen den Multiplikatoren vorstellen und seine Erreichbarkeit für diese und die Nachbarschaft darstellen.

Daten & Fakten

Adresse

Senftenberger Ring 37/39,
in 13435 Berlin-Reinickendorf

Bauherr

GESOBAU AG

Ansprechpartner Betrieb, Nutzung, Betreiber

Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF), Sascha Langenbach (Pressereferent)
Sascha.Langenbach@LAF.berlin.de

Ansprechpartner Bauen

GESOBAU AG, Birte Jessen (Leiterin Unternehmenskommunikation und Marketing),
modulare-unterkunft@gesobau.de

Ansprechpartner Integration

Bezirksamt Reinickendorf, Büro des Integrationsbeauftragten
Tel. (030) 9029 44125
Fax (030) 9029 42012
Oliver.Rabitsch@reinickendorf.berlin.de
Julia.Stadtfeld@reinickendorf.berlin.de

Wohnungen

109 Wohnungen für 435 Menschen

Baubeginn

Anfang 2017

Baufertigstellung

Frühjahr 2018

Bildergalerie

Bei Fragen und Anliegen zum Thema wenden Sie sich bitte an:

Weiterführende Informationen zum Thema Flüchtlinge in Berlin finden Sie auch auf der Webseite des Berliner Landeszentrale für politische Bildung, insbesondere in der Broschüre „Flüchtlinge in Berlin – 24 Fragen + Antworten“.