Falkenberger Straße

Falkenberger Straße 151-154: Bau von 66 Wohnungen für geflüchtete Menschen in Weißensee

 

+++ Aktueller Projektstatus: Derzeit befindet sich die GESOBAU in einer rechtlichen Auseinandersetzung hinsichtlich des Baus der „Modularen Unterkunft für Geflüchtete“ in der Falkenberger Straße. Das Verfahren wurde in der ersten Stufe mit einer noch nicht rechtskräftigen Entscheidung beendet und geht nun in die zweite Instanz zum Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg. Nach Abschluss des Rechtsstreites werden wir die Anwohnerinnen und Anwohner über das weitere Vorgehen informieren. +++

Seit 2015 kamen mehr als 80.000 Menschen auf der Flucht vor Krieg, Terror und Vertreibung nach Berlin; derzeit sind es immer noch etwa 800 Menschen im Monat. Viele von ihnen müssen in Not- und Gemeinschaftsunterkünften leben, weil nicht ausreichend privater Wohnraum zur Verfügung steht.

Da auch weiterhin gute Unterbringungsplätze gebraucht werden, arbeitet das Land Berlin mit Nachdruck daran, neue Unterkünfte zu errichten. Der Berliner Senat hat daher die sechs kommunalen Wohnungsbaugesellschaften beauftragt, so genannte Modulare Unterkünfte (MUF) zu bauen, um schnellstmöglich Abhilfe zu schaffen und den geflüchteten Menschen eine würdige Unterkunft zur Verfügung zu stellen. Diese Unterkünfte sind als Wohnhäuser mit einer normalen Lebensdauer für Neubauten konzipiert. Aufgrund der modularen Bauweise können sie schneller errichtet werden. Auch der Umbau der Wohnungsgrundrisse kann für eine Nachnutzung flexibler gestaltet werden.

Die Wohnungsbaugesellschaft GESOBAU AG wird auf dem Grundstück Falkenberger Straße 151-154 ein neues Wohnhaus errichten. Es handelt sich um eine Modulare Unterkunft für Flüchtlinge (MUF), die voraussichtlich Anfang 2018 fertiggestellt wird.

Daten & Fakten

Adresse

Falkenberger Straße 151-154, 13088 Berlin-Pankow

Bauherrin

GESOBAU AG

Ansprechpartner Betrieb, Nutzung, Betreiber

Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF), presse@LAF.berlin.de

Ansprechpartner Bauen

GESOBAU AG, Birte Jessen (Leiterin Unternehmenskommunikation und Marketing),
modulare-unterkunft@gesobau.de

Ansprechpartner Integration

Bezirksamt Pankow, Büro der Integrationsbeauftragten, Tel: 030-902952431, birgit.gust@ba-pankow.berlin.de

Wohnungen

66 Wohnungen für bis zu 300 Menschen

In der Falkenberger Straße ist ein Wohnkomplex bestehend zwei Gebäuden mit insgesamt 66 Wohnungen geplant. In diese Wohnungen sollen zunächst geflüchtete Menschen einziehen, die derzeit noch provisorisch in Notunterkünften untergebracht sind. Der Baubeginn ist für März 2017 geplant, Anfang Januar 2018 ist der voraussichtliche Fertigstellungstermin.

Die GESOBAU wird das Gebäude an das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten vermieten. Die 66 Wohnungen werden zunächst von Geflüchteten belegt und zu einem späteren Zeitpunkt als ganz normaler Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen zur Verfügung stehen. Die Gestaltung der Raumplanung erfolgt daher nach den gängigen Kriterien der GESOBAU AG für Neubauten im Land Berlin. Somit sind die Wohnungen für alle Berliner Wohnungsuchende attraktiv. Aufgewertet werden die Gebäude durch die Möglichkeit, nachträglich Balkone zu installieren. Zudem lassen sich alle Etagen durch vorgefertigte Aufzugschächte barrierearm nachrüsten.

Für das Bauvorhaben wurde weder ein Bebauungsplan erstellt noch geändert. Das Vorhaben befindet sich im Außenbereich nach §35 Baugesetzbuch. Daher war formal keine Verpflichtung einer Öffentlichkeitsbeteiligung gegeben. Dennoch ist es dem Bezirksamt und der GESOBAU wichtig, die Bürger/innen zu informieren. Dies geschieht durch Informationsbriefe und Anwohnerveranstaltungen.

Das Baugrundstück der Unterkunft befindet sich im Besitz der GESOBAU AG und gilt als Privatgrundstück. Das Grundstück liegt weder in einem Landschafts- noch in einem Naturschutzgebiet und wurde nicht als Park bzw. geschützte Grünfläche eingestuft. Auf dem Grundstück befanden sich 36 Bäume, die im Rahmen von bauvorbereitenden Maßnahmen gefällt werden mussten. Ein ornithologisches Gutachten und eine Baumfällgenehmigung des Umwelt- und Naturschutzamtes des Bezirksamt Pankow von Berlin liegen vor. Für die gefällten Bäume plant die GESOBAU Ausgleichspflanzungen auf der Grünfläche um die Wohngebäude.

Die Höhe der Neubauten orientiert sich an den benachbarten Gebäuden. Auf der Westseite des Geländes wird ein 4-geschossiges Gebäude mit ca. 12 m Traufhöhe entstehen. Auf der östlichen Seite des Geländes ist ein 3-geschossiges Gebäude mit ca. 9 m Traufhöhe geplant. Der Abstand zu Grundstücksflächen der Eigentumshäuser in der Giersstraße wird ca. 6 Meter betragen.

Auf dem Grundstück Falkenberger Straße 151-154 entstehen auf einer Teilgrundstücksfläche von rd. 4.750 m² ein 4-geschossiges und ein 3-geschossiges Wohnhaus gemäß der Vorgaben des § 35 Baugesetzbuch im Zusammenhang mit § 246 Abs. 9. Die Einreichung des Bauantrags erfolgte als Sonderbauantrag nach § 65 Bauordnung Berlin. Da es sich bei dem Bau um eine Nachverdichtung auf dem Grundstück der GESOBAU handelt, orientieren sich die erhobenen baulichen Maße Grundflächenzahl/ Geschossflächenzahl/ Brutto-Grundfläche) an der Gesamtgrundstücksfläche von 6.511 m², wo sich bereits ein 4-geschossiges Gebäude mit 32 Wohnungen befindet.

Die Gestaltung des Wohnraumes bzw. Raumplanung der zwei Gebäude erfolgte nach den gängigen Kriterien der GESOBAU AG für Neubauten im Land Berlin. Alle Wohnungen sind nach den Förderrichtlinien der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt geplant und unterscheiden sich nicht von anderen Neubauprojekten der GESOBAU bzw. anderer landeseigener Wohnungsbauunternehmen.

Das Landesamt für Flüchtlinge hat Richtlinien für eine Belegungsquote von Unterkünften festgelegt. Insgesamt sollen maximal 300 geflüchtete Menschen in die Wohnungen einziehen können, die bislang noch in Turnhallen und anderen Notunterkünften provisorisch versorgt sind.

Die Menschen werden in regulären Ein-, Zwei-, Drei- und Vierraumwohnungen leben und sich selbst versorgen. Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten setzt einen Betreiber ein, der mit qualifiziertem Personal (einer Heimleitung, Sozialarbeiter/innen, Kinderbetreuer/innen, Verwaltungskräften, etc.) tagsüber vor Ort ist und die Menschen bei Alltagsfragen unterstützt, z. B. bei Anmeldung zu Sprachkursen oder bei Fragen zum Jobcenter, Schul- und Kitaanmeldung, Fragen zum Asylverfahren, Arbeits- und Wohnungssuche. Ein Sicherheitsdienst wird rund um die Uhr anwesend sein.

Bei dem bestehenden Wohngebäude in der Falkenberger Straße handelt es sich um ein reguläres Wohnhaus der GESOBAU mit insgesamt 32 Wohnungen. In dem Haus gibt es auch ein gemischtes Wohnprojekt für geflüchtete Familien, das 2010 gestartet ist und weiter fortgeführt wird. Dort leben in 19 Wohnungen 99 geflüchtete Personen, die restlichen Wohnungen werden von der GESOBAU an andere Bevölkerungsgruppen vermietet. Auch zwei Arztpraxen befinden sich in dem Gebäude.

Da die Familien, die in die Wohnungen in der Falkenberger Straße ziehen werden, seit längerer Zeit in Berlin sind, gehen auch ihre Kinder bereits in Schulen und Kitas. Es wird daher geprüft, inwieweit die Kinder auch nach dem Umzug weiterhin in ihren Schulen und Kitas bleiben können. Weißensee ist jedoch ein wachsender Ortsteil - auch ohne den Zuzug von geflüchteten Menschen. Neue Schulen zu bauen ist ein zentrales Thema für Pankow. Nach derzeitigem Planungsstand ist vorgesehen, dass die Grundschule Weißensee erweitert wird (vierzügig) und in der Rennbahnstraße im Rahmen des Schnellbauschulprogramms der Senatsverwaltung eine neue Schule entsteht. Zudem wird in der Falkenberger Straße die ehemalige Oberschule wieder in Betrieb genommen. Auch der Ausbau von Kitaplätzen muss angegangen werden. Um Anlaufstellen und Begegnungsmöglichkeiten für Neuzugezogene und bereits länger im Kiez lebende Nachbarinnen und Nachbarn zu schaffen, wurden die Stadtteilzentren finanziell unterstützt.

Der Spielplatz bleibt bestehen. Ein weiterer Spielplatz wird zudem zwischen den zwei Wohnblöcken des Neubaus errichtet, der nicht öffentlich zugänglich ist.

Zur Information der Anwohner/innen werden weiterhin Infobriefe versandt sowie eine Informationsveranstaltung organisiert. Zu dieser Veranstaltung wird in Form von Hauseinwürfen eingeladen. Vor Einzug der neuen Bewohner wird es im Rahmen eines Tag der offenen Tür möglich sein, das Gebäude zu besichtigen.

Zusätzlich werden alle Termine zu Infoveranstaltungen auf der Internetseite des Bezirks unter www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/beauftragte/integration/themen/artikel.495771.php sowie auf der Neubauwebseite der GESOBAU unter www.gesobaut.de/project/falkenbergerstrasse angekündigt.

Die Multiplikatorenrunde am 17. Januar 2017 war als eine Fachveranstaltung für Mitarbeiter/innen aus Kitas, Schulen, Sportvereinen, Jugendfreizeiteinrichtungen etc. konzipiert worden. Die Einladung wurde gefälscht, vervielfältigt und verteilt, um auf diese Weise den Eindruck zu erwecken, dass die Anwohner/innen nicht willkommen seien und nicht informiert werden sollen. Die Folge war, dass rund hundert weitere Anwohner an der für 45 Personen konzipierten Veranstaltung teilnehmen wollten. Die Hälfte haben wir nach spontaner Öffnung der Veranstaltung an dem Austausch zur geplanten Unterkunft in der Falkenberger Straße 151-154 teilnehmen lassen können.

Das Wohnhaus besteht aus zwei Modularbauten auf einer Grundstücksfläche von 6.511 m². Insgesamt werden 66 Wohnungen errichtet, in die zunächst Geflüchtete einziehen. Zu einem späteren Zeitpunkt stehen die Wohnungen als ganz normaler Wohnraum allen Bevölkerungsgruppen zur Verfügung. Eine langfristige Nachnutzung ist also ausdrücklich erwünscht. 

In die 66 Wohnungen werden bis zu 300 Menschen einziehen können, die bislang übergangsweise in verschiedenen Gemeinschaftseinrichtungen, insbesondere Notunterkünften und Turnhallen, untergebracht sind. Familien mit Kindern, Alleinstehende und Wohngemeinschaften werden hier ein neues Zuhause finden. Der Betreiber der Unterkunft stellt sicher, dass mit Sozialarbeiter/innen, Kinderbetreuern, Verwaltungskräften und einem Sicherheitsdienst die Menschen im Alltag und bei Fragen und Problemen unterstützt werden.

Die GESOBAU ist Bauherrin der Wohngebäude, in den Betrieb der Unterkunft ist sie später nicht involviert. Gebaut wird das Wohnhaus von der Ed. Züblin AG im Auftrag der GESOBAU. Die GESOBAU vertritt als Bauherr das Land Berlin. Als landeseigenes Wohnungsunternehmen hat sie einen verfassungsrechtlichen Versorgungsauftrag, alle in Berlin lebenden Menschen mit angemessenem Wohnraum zu versorgen.

Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) ist Mieter des Gebäudes und wählt den künftigen Betreiber der Unterkunft über eine Ausschreibung aus. Das LAF ist demnach Auftraggeber und prüft die Qualität der Arbeit des Betreibers. Zudem wird die Belegung der Unterkunft durch das LAF gesteuert.

Das Bezirksamt gemeinsam mit der GESOBAU AG steht mit zahlreichen Institutionen in Weißensee im direkten Kontakt und gibt in Form von Infobriefen die aktuelle Entwicklung bekannt. Sobald der Bau fertiggestellt ist, wird für die Nachbarschaft ein „Tag der offenen Tür“ organisiert.

Des Weiteren plant das Bezirksamt gemeinsam mit lokalen Akteuren Dialogveranstaltungen zu stadtteilbezogenen Themen, zu denen Bürgerinnen und Bürger eingeladen werden.

Bei Fragen und Anliegen zum Thema wenden Sie sich bitte an:

Weiterführende Informationen zum Thema Flüchtlinge in Berlin finden Sie auch auf der Webseite des Berliner Landeszentrale für politische Bildung, insbesondere in der Broschüre "Flüchtlinge in Berlin - 24 Fragen + Antworten".